Hitze am Arbeitsplatz

Hitze am Arbeitsplatz – : Auswirkungen und Schutzmaßnahmen in verschiedenen Tätigkeitsbereichen 6/2024

Infos zu gesundheitlichen Herausforderungen und Prävention bei hohen Temperaturen

Mit steigenden Sommertemperaturen wächst die Belastung für zahlreiche Berufsgruppen. Hitzewellen treten immer häufiger auf und stellen Beschäftigte verschiedenster Bereiche vor große Herausforderungen. Doch wie wirkt sich Hitze konkret auf Arbeitsfelder wie Logistik, Außendienst, Gartenbau, Verwaltung, Kindertagesstätten oder Pflege aus? Welche Unterschiede gibt es – und was können Unternehmen und Beschäftigte tun, um Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu schützen?

Auswirkungen der Hitze in verschiedenen Arbeitsfeldern

Logistik und LKW-Fahrpersonal: Fahrerhäuser können sich trotz Klimaanlage stark aufheizen. Konzentrationsstörungen und ein höheres Unfallrisiko sind die Folge. Auch das Arbeiten im Freien beim Be- und Entladen verstärkt die Belastung erheblich.

Außendienst/Postzustellung: Längere Aufenthalte im Freien und das Tragen schwerer Taschen führen schnell zu Erschöpfung und Kreislaufproblemen. Möglichkeiten zur Abkühlung sind oft eingeschränkt.

Gartenbaukolonnen: Gärtner*innen sind direkt der Witterung ausgesetzt. Neben der akuten Gefahr von Sonnenstich und Dehydrierung steigt langfristig das Risiko für Hauterkrankungen.

Mitarbeitende in Verwaltungen: Büros können sich durch große Fenster oder fehlende Klimatisierung stark aufheizen. Konzentrationsprobleme und sinkende Produktivität sind die Folge.

Erzieher*innen im Kindergarten: Die Betreuung von Kindern im Freien verlangt erhöhte Aufmerksamkeit und Schutzmaßnahmen, sowohl für die Kinder als auch für das Personal.

Pflegekräfte in Altenpflegeeinrichtungen: Hitze ist insbesondere für ältere Menschen gefährlich. Pflegekräfte sehen sich steigenden Anforderungen ausgesetzt, da sie Bewohner*innen zusätzlich schützen müssen.

Schutzmaßnahmen nach dem TOP-Prinzip

Das TOP-Prinzip steht für Technische, Organisatorische und Persönliche Schutzmaßnahmen:

1. Technische Maßnahmen

  • Klimatisierung und Ventilatoren in Innenräumen oder Fahrzeugen
  • Sonnenschutz an Fenstern, Beschattung von Außenarbeitsplätzen
  • Bereitstellung von Trinkwasser

2. Organisatorische Maßnahmen

  • Arbeitszeiten anpassen (z. B. Tätigkeiten in kühleren Tageszeiten)
  • Regelmäßige Pausen in kühlen oder schattigen Bereichen
  • Schulungen zu Hitzeschutz und Erste Hilfe bei Hitzeerkrankungen, das Thema sollte bei Unterweisungen aufgegriffen werden
  • Flexible Personalplanung bei Ausfällen
  • Flexibles Arbeiten ermöglichen

3. Persönliche Schutzmaßnahmen

  • Leichte, helle Kleidung mit UV-Schutz
  • Hüte/Kopfbedeckungen, Sonnenbrillen
  • Regelmäßige Anwendung von Sonnenschutzmitteln (Spray und Cremespender)
  • Ausreichend trinken, auch ohne Durstgefühl
  • Bei Hitzesymptomen sofort pausieren
  • Technische Lösungen, wie z.B. Kühlwesten

Exkurs: Hautkrebsgefahr durch UV-Strahlung

Bei Tätigkeiten im Freien steigt das Risiko für Hautschäden und Hautkrebs durch UV-Strahlen – auch bei bewölktem Himmel. Ein konsequenter Schutz durch Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenschutzmittel ist daher essenziell. Prüfen ob Verschattungsmöglichkeiten eingebaut werden können, z.B. Sonnenschirme bei Außenarbeiten, Sonnenplanen, z.B. über Außenspielbereichen.

Wussten Sie schon, dass Sie bei Tätigkeiten in Außenbereichen mit intensiver Sonneneinstrahlung eine Vorsorge UV Schutz beim Betriebsarzt vereinbaren können?

Zusammenfassung

Hohe Temperaturen am Arbeitsplatz sind eine branchenübergreifende Herausforderung. Die Belastungen variieren je nach Tätigkeit, doch profitieren alle von gezielten Maßnahmen nach dem TOP-Prinzip. Sie schützen vor akuten und langfristigen Schäden wie Hitzeerschöpfung oder Hautkrebs. Ein bewusster Umgang mit dem Thema und gegenseitige Unterstützung helfen, die Sommermonate sicher und gesund zu gestalten.

Zur Beratung im Hinblick von Risiken und Nebenwirkungen stehe ich Ihnen als Ihr Betriebsarzt gerne beratend zur Seite!

Ihr Betriebsarzt Thomas Riebschläger

www.diebetriebsmedizin.de